Sargussum am Hotelstrand in Tulum

Tulum I: Braunalgen am Strand

Mexiko – Es riecht nach faulen Eiern. Braunalgen, sogenanntes Sargassum, türmt sich am Strand vor unserem Hotel in Tulum. Per Taxi, Fähre und Mietwagen sind wir wegen der Maya-Ruinen an der Küste hierhergekommen. Das kleine Hotel mit Pool und eigenem Strand gefällt uns sehr. Ins Meer gehen wollen wir wegen des Sargassums, das beim Verrotten diesen unangenehmen Schwefelgeruch bildet, nicht. Gestern sei der Sand noch sauber und der Zugang zum Wasser frei gewesen, erzählt der Hotelboy. Über Nacht sei das Sargassum gekommen. Am Strand nebenan sei vielleicht weniger, fügt er hinzu und zeigt uns den Weg. Nein, hier schaufeln zwar Mitarbeiter Sargassum zur Seite, doch ihr Kampf gegen die braunen Haufen ähnelt einem Kampf gegen Windmühlen.

Ein Strand voller Sargassum: Tulum ist einer der Orte, wo die meisten Braunalgen landen.
Am Hotelstrand nebenan ist es nicht besser. Auch hier ist alles voller Braunalgen.

Das stinkende Zeug kommt aus dem Atlantik. Riesige Teppiche, die gen Westen schwimmen, hatten wir bei unserer Atlantiküberquerung bereits gesehen. Seit 2011 beobachten Forscher die wiederkehrende Bildung des „Großen Atlantischen Sargassum-Gürtels“, der von Westafrika bis in den Golf von Mexiko geht. Überdüngung, Abholzen der Amazonas-Regenwälder und steigende Wassertemperaturen durch den Klimawandel werden als Ursache genannt. Wann und wo die Algen genau landen, hängt von Wind und Wellen ab, aber Mexiko, die Dominikanische Republik und Florida sind die am schwersten betroffenen Länder. Tulum gilt dabei als Hotspot: Dort gab es Anfang 2026 bereits viermal so viele Braunalgen wie im Vorjahr. Auch von den Maya-Ruinen aus sind Berge von Sargassum zu sehen – und Fischerboote, die darauf gestrandet sind.

Der Hotel-Pool bietet für uns die einzige Möglichkeit zum Schwimmen.
Die einzige Alternative zum Baden bietet der Hotel-Swimmingpool.

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