Die Crew
Peter (Jahrgang 1960) ist schon weit über 100 Mal in Asien gewesen. Als Vertriebsleiter eines mittelständischen Unternehmens an der deutsch-holländischen Grenze hat der gelernte Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur sich 25 Jahre lang auf diesen Teil der Erde konzentriert. Sein großer Traum aber war es immer, im legendären Blue Hole von Belize abzutauchen. Dass er einmal im eigenen Segelboot über den Atlantik in die Karibik und auch nach Belize fahren würde, hätte der gebürtige Baseler nicht gedacht. Die Diagnose Parkinson und die Unfähigkeit, in seinem bisherigen Beruf weiterzuarbeiten, ließen ihn innehalten. So entstand die Idee, um die Welt zu segeln – ohne vorher jemals gesegelt zu sein. Auf der Amira ist Peter für alles zuständig, was mit Motoren, Generator, Wassermacher, Tauchkompressor oder anderen Maschinen zu tun hat. Er plant die Umbauten an Bord, er ist derjenige, der auf den Mast klettert, wenn’s wieder einmal nötig wird, er repariert, testet neue Segelweisen aus und zieht den Wingager – ein spezielles Vorsegel – in den Bergeschlauch, wenn der Wind zu heftig wird.
Renate (Jahrgang 1963) wollte zwar schon immer auf Weltreise gehen, aber eigentlich erst „irgendwann“ mit einem Round-The-World-Ticket, sprich: mit dem Flugzeug. Daraus ist jetzt ein Boot geworden, was die gelernte Politologin, die bis 2023 als Redakteurin bei einer Lokalzeitung gearbeitet hat, nicht bedauert. Sie liebt das Meer, sie taucht gerne, und sie mag Segelboote – auch wenn sie vor dem Kauf der Amira noch nie gesegelt ist. Auf dem Boot ist sie zuständig für alles, was mit Software zu tun hat, vom Plotter, also dem Bordcomputer für die Navigation, bis zur Internetverbindung über Starlink und das Wettervorhersage-Programm PredictWind. Sie plant und organisiert die Törns und längeren Überfahrten, sie kümmert sich um den Behördenkram, allen voran die Einklarierung in den jeweiligen Ländern, und sie hat nun auch die Homepage mit dem Blog ins Leben gerufen. Wenn Peter wegen seines Parkinson-Zitterns bei einer Reparatur mal wieder die Schrauben herunterfallen, sitzt Renate vor dem Plotter oder dem PC. Immer in der Hoffnung, dass Peters Parkinson langsam voranschreitet und ihm genug Zeit gibt, die Welt zu umrunden und zu erkunden.